
Herbstarbeiten im Garten – Naturfreundlich und tiergerecht
Der Herbst ist eine wichtige Zeit im Garten. Neben den klassischen Pflegearbeiten bietet er viele Möglichkeiten, heimische Tiere, Insekten und Vögel bei der Überwinterung zu unterstützen. Ein naturnaher Garten wird jetzt nicht vollständig „aufgeräumt“, sondern bewusst als Lebensraum erhalten.
Laub sinnvoll nutzen
-
Laub unter Hecken, Sträuchern und Bäumen liegen lassen.
-
Laubhaufen in ruhigen Gartenecken anlegen.
-
Igel, Käfer, Spinnen und zahlreiche Bodenlebewesen finden darin Schutz vor Kälte.
-
Nur Wege und Rasenflächen sollten von dicken Laubschichten befreit werden.
Stauden und Samenstände stehen lassen
-
Verblühte Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden.
-
Samenstände dienen Finken, Meisen und anderen Vögeln als natürliche Nahrungsquelle.
-
In hohlen Stängeln überwintern Wildbienen und andere Nützlinge.
Hecken und Gehölze schützen
-
Größere Rückschnitte möglichst erst im Spätwinter durchführen.
-
Heimische Sträucher wie Weißdorn, Schlehe, Holunder oder Wildrose liefern Früchte für Vögel.
-
Dichte Hecken bieten zahlreichen Arten sichere Schlaf- und Überwinterungsplätze.
Totholz und Reisighaufen erhalten
-
Äste und Zweige zu kleinen Reisighaufen aufschichten.
-
Totholz ist Lebensraum für Käfer, Wildbienen, Pilze und Mikroorganismen.
-
Zaunkönig, Rotkehlchen und Igel nutzen solche Bereiche als Unterschlupf.
Insektenfreundliche Blühpflanzen setzen
-
Herbstblüher wie Astern, Efeu oder ungefüllte Chrysanthemen bieten späte Nahrung.
-
Besonders Efeu gehört zu den wichtigsten Nahrungsquellen für viele Insekten im Herbst.
Vogelfreundliche Maßnahmen
-
Vogeltränken regelmäßig reinigen und befüllen.
-
Nistkästen kontrollieren und säubern.
-
Beerentragende Sträucher als natürliche Winterfutterquelle erhalten.

Boden schützen und verbessern
-
Freie Beete mit Laub, Rasenschnitt oder Mulch abdecken.
-
Das schützt Bodenlebewesen, verbessert die Humusbildung und reduziert Erosion.
-
Regenwürmer und Mikroorganismen bleiben aktiv und sorgen für einen fruchtbaren Boden.
Kompost anlegen
-
Herbstlaub, Pflanzenreste und zerkleinerte Zweige kompostieren.
-
Der Kompost bietet zahlreichen Kleintieren Nahrung und Unterschlupf.
-
Reifer Kompost verbessert im nächsten Jahr die Bodenqualität.
Keine chemischen Mittel einsetzen
-
Auf Pestizide und unnötige Herbizide verzichten.
-
Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Laufkäfer werden geschont und können überwintern.
Merksatz für den naturnahen Herbstgarten
„Weniger aufräumen, mehr Lebensräume schaffen.“
Was im Herbst oft als unordentlich erscheint, ist für Igel, Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und viele Vogelarten ein wertvolles Winterquartier. Ein naturnaher Garten unterstützt die Artenvielfalt und startet im Frühjahr besonders lebendig in die neue Gartensaison.


